Málaga! Mehr als eine Stadt!

An den Paseos am Meer flanieren, in den Wellen baden, am Strand sonnen, Sehenswürdigkeiten besichtigen, Museen oder Festivals besuchen, die gute Küche beim Tapeo genießen, in das andalusische Leben eintauchen – wer diese Stadt erlebt und einmal für sich entdeckt hat, der weiß: Málaga ist mehr, als man aufzählen kann.

› Stadt des Paradieses?
› Stadt mit Strand
› Stadt der Gaumenfreuden
› Sehenswertes im und rund um das Centro Histórico [mit Extra zur Brücke der Deutschen]
› Der Hafen unterhalb des historischen Zentrums
› Sehenswertes außerhalb des historischen Zentrums
› Einkaufen und Shoppen
› Von wegen Paradies

 

Stadt des Paradieses?

Wer an Andalusien denkt, der denkt meist an Sevilla und den Plaza de España, an Córdoba und die Mezquita-Catedral oder an Granada und die Alhambra. Er denkt an die Costa del Sol mit ihren Stränden und an die Pueblos blancos, die weißen Dörfer. Aber Málaga? Dort landet das Flugzeug oder legt das Kreuzfahrtschiff an, eine Sehenswürdigkeit, die auch noch berühmt ist, fällt einem aber vermutlich keine ein.

Heißt es Malaga, Maalaga, Malaaga oder Malagaa? Der Name der Stadt wird im Spanischen mit einem Akzent auf dem ersten A geschrieben und folglich einem betonten ersten A ausgesprochen.

Vielleicht sind die Sehenswürdigkeiten in Málaga nicht so berühmt wie die der anderen Städte, großartig und imposant sind sie dennoch. Mit Alcazaba und Castillo Gibralfaro steht hier die mächtigste Festungsanlage, die die Mauren in ganz Spanien bauen. Die Kathedrale Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación zählt zu den prächtigsten Kirchenbauten in Andalusien und in Bezug auf die Kulturlandschaft muss sich Málaga mit Museen wie dem Museo Picasso de Málaga, dem Museo Carmen Thyssen, der Colección del Museo Ruso en San Petersburgo, dem Centre Pompidou Málaga, dem Museo de Málaga oder dem Museo automovilístico y la moda keineswegs verstecken. Doch reicht das alleine für den Titel »Stadt des Paradieses«?

Andalusien zählt dank seines mediterranen Klimas, seinen abwechslungsreichen Landschaften sowie seinen regelmäßig gastfreundlichen Bewohnern zu den Urlaubsparadiesen in Europa und den privilegierten Orten auf unserem blauen Planeten. Vor allem im südlichen Abschnitt stehen die Strände am Mittelmeer im direkten Kontrast zu den nur wenige Kilometer hinter der Küstenlinie bis in Höhen von gut 2.000 Meter aufragenden Bergen. Und das Tor zu diesem Paradies ist die Stadt Málaga. Hier sind die Sommer meist lang und trocken, aber nicht zu heiß, die Winter kurz und mild.

Das sehen bereits die Mauren vom Stamm der Nasriden so, die im 13. Jahrhundert das Königreich Granada gründen und auch in Málaga die Macht übernehmen. Für sie ist die von den schützenden Höhenzügen der Montes de Málaga Berge von Málaga und der Sierra de Mijas Gebirge von Mijas umgebene Stadt mit dem Wasser aus den Bergen und den fruchtbaren Böden ein »irdisches Paradies«. Auch der spanische Literaturnobelpreisträger Vicente Aleixandre adelt sein Málaga literarisch und bezeichnet die Stadt mythisch als »Ciudad del paraíso« – als Stadt des Paradieses.

Wer die Stadt im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts kennengelernt hat, wird sich jetzt sicher fragen, was in Málaga auch nur ansatzweise als Paradies bezeichnet werden kann. Bis zum Jahrtausendwechsel hat Málaga den Charme einer vom wirtschaftlichen Niedergang geprägten Industrie- und Arbeiterstadt mit einer überlasteten Verkehrsinfrastruktur und hohen Kriminalitätsrate. Die Stadt gilt als grau und heruntergekommen, wenig attraktiv und kaum sehenswert. Die kulturelle Identität Málagas liegt unter einer dicken und dichten Staubschicht verborgen. In den damaligen Reiseführern wird die Stadt nur nebenbei erwähnt, weil hier der Flughafen für die Costa del Sol liegt. Von einem Besuch Málagas wird sogar abgeraten, weil er sich nicht lohne.

Der große Weckruf ist die Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt im Jahr 2016. Die Stadtoberen erinnern sich wieder an die Wurzeln Málagas als bedeutende phönizische, römische und arabische Hafenstadt und Zentrum einer blühenden Region. An jeder Ecke beginnen die Arbeiten, damit die Stadt ein neues, modernes Gesicht erhält. In der bis dahin eher tristen Innenstadt werden die Straßen und Plätze rund um die Calle Marqués de Larios in eine Fußgängerzone mit hochwertigen Boutiquen und Geschäften verwandelt, viele verfallene Gebäude nach und nach restauriert. Auf dem Hafengelände werden alte Industrieanlagen und Gebäude abgerissen. Sie machen Platz für ein komplett modernisiertes Areal mit großem Terminal für Kreuzfahrtschiffe, Einkaufscenter und Flaniermeile.

Auch in Sachen Verkehr entwickelt sich einiges. Der Flughafen erhält eine zweite Start- und Landebahn sowie ein drittes Terminal und der Hauptbahnhof wird an das Netz der Hochgeschwindigkeitszüge nach und von Córdoba, Sevilla und Madrid angeschlossen. Zudem wird der Straßenverkehr durch den Bau einer U-Bahn entlastet.

»Málaga hat beschlossen, einen Höhenflug anzutreten, und dieser Schritt ist von solchem Ausmaß, dass allein die Tatsache, ihn zu wagen schon ein Gewinn ist. Denn die Stadt hat sich auf dieses Abenteuer eingelassen, wohl wissend, dass es kein Zurück mehr gibt. Es besteht jedoch kein Zweifel: Die Reise lohnt sich.« So beschreibt Salvador Moreno Peralta, Stadtplaner und Architekt, den Wandel der Stadt. Und er soll recht behalten.

Kulturhauptstadt wurde Málaga nicht. Das macht aber nichts. Mit großem Engagement und vielseitiger Kreativität wurde aus einem tristen Málaga eine attraktive Hafen-, Studenten- und Kulturstadt. Trotz der exponierten Lage im direkten Einzugsbereich der Urlaubsgebiete an der Costa del Sol wurde – und ist – Málaga aber keine typische Touristenstadt, sondern hat sich die Stadt zwischen Erhaltung der Traditionen und Entfaltung der Moderne ihr südspanisches und andalusisches Flair erhalten.

Wer heute beim Gang durch die Straßen und Gassen der Stadt nicht ausschließlich auf das museale Málaga achtet, sondern ein offenes Auge und Ohr für Land und Leute hat, kann den besonderen Reiz erleben, der Málaga zu etwas Besonderem macht. Sonne, Meer und Málaga. Das spielen die Malagueños nicht, sie leben es. In den Tapas-Bars wird auch dann die Flamenco-CD gespielt und der Jamón serrano von der Decke hängen, wenn keine Gäste da sind. Stierkampfplakate, Jesus- und Marienbilder hinter den Tresen in den Bars und Geschäften sind keine Show, sondern Bekenntnisse einer Überzeugung.

Feste wie der Día de la Virgen del Carmen, patrona de los pescadores y marineros Tag der Jungfrau Maria de la Carmen, Patronin des Meeres und der Seefahrer oder das große Fest Verdiales und selbst die berühmte Semana Santa Heilige Woche vor Ostern oder die Fiestas de Navidad y Reyes Die Feste Weihnachten und Könige werden den meisten Besuchern immer fremd und rätselhaft bleiben. Weil die Malagueños dabei aber nicht verschlossen und unter sich bleiben, ist es genau das, was die Stadt und die Menschen im Süden Andalusiens ausmacht. Sonne, Meer und Málaga. Nicht um die Erwartungen von Touristen zu bedienen, sondern als Lebensphilosophie. Die Stadt ist weniger touristisch geprägt, als vielleicht befürchtet und deshalb ist es auch noch da – oder besser wieder da, das Erbe von Al-Andalus und der Traum von der Stadt des Paradieses.

 

Stadt mit Strand.

Vermutlich sind die Strände für die Tagestouristen aus den anderen Städten der Costa del Sol weniger interessant, weil hier kaum touristentypische Freizeitaktivitäten geboten werden. Dafür werden die Urlauber aus dem Hinterland und alle, die sich länger in der Stadt aufhalten, den Luxus des Vamos a la playa umso mehr genießen und zu schätzen wissen. Vom Plaza de la Marina im Stadtzentrum bis zum Playa Malagueta ist es gerade einmal ein gut 1.000 Meter langer Spaziergang.

Wer auf der Suche nach Sonnenschirmen und Sonnenliegen in Reih' und Glied, Wassersportangeboten mit Jet-Skies, Tret- und Bananenbooten oder ständig partymachenden Strandurlaubern ist, der ist an den Stränden von Málaga – völlig falsch. Ja, Málaga ist ein Urlaubsparadies mit Sonne, Meer und Strand direkt vor Tür, aber hier wird eine ganz andere Strandkultur gepflegt. An Sonn- und Feiertagen flaniert ein Teil der Malagueños mit der kompletten Familie gern festlich gekleidet an den Strandpromenaden und setzt sich zum ausgedehnten Mittagessen in eines der vielen Strandrestaurants mit Menüs zu akzeptablen Preisen. Andere wiederum verlagern gleich das Familienleben mit Kind und Kegel sowie Picknickkorb und Sonnenschirm komplett an den Strand.



Das heißt also nicht, dass die Strände angenehm leer sind, im Gegenteil. Passend zu den Wohlfühltemperaturen ist es von Frühling bis Herbst recht voll, und der Ansturm in der Zeit der spanischen Sommerferien, wenn die Familienmitglieder aus dem Binnenland an die Küste kommen, lässt schon Zweifel an irgendeinem Erholungseffekt aufkommen.

 

Stadt der Gaumenfreuden.

Für die Freunde des guten Essens ist Málaga wirklich eine Stadt des Paradieses. Nicht umsonst heißt es, dass hier die Köstlichkeiten des Hinterlandes auf die Gaumenfreuden des Meeres treffen – verfeinert mit einem Hauch maurischen Erbes. Wie viele Cafés, (Tapas)Bars, Bodegas und Restaurants es in Málaga gibt, kann wohl niemand ganz genau sagen, es sind vermutlich aber mehr als 700. Eine Haupt- oder sogar Partymeile mit aneinandergereihten Lokalitäten gibt es nicht. Die Gastronomie ist über das gesamte Stadtgebiet verteilt, wobei ein Schwerpunkt im historischen Stadtzentrum vor allem rund um den Plaza de Uncibay liegt, an dem man abends merkt, dass Málaga eine Studentenstadt ist. Ein anderer Schwerpunkt ist die Strandpromenade von Malagueta.



Eine Besonderheit ist die Promenade an den Stränden von Pedregalejo und El Palo im Osten der Stadt. Hier reiht sich zwar Restaurant an Restaurant, diese sind aber fast alle auf den Mittagstisch ausgerichtet und schließen am späten Nachmittag. Geboten werden die klassischen und landestypischen Gerichte aus der Region, vor allem der berühmte Pescaíto frito frittierter Fisch und dabei speziell die gegrillten Sardinen am Spieß Espeto de sardinas. Nur mit Salz eingerieben und direkt vom Feuer kann ein Fisch frischer nicht sein. Aber auch die berühmte Paella in ihren vielen Variationen ist keineswegs nur für Touristen.



 

Sehenswertes im und rund um das Centro Histórico.

In den mehr als 2800 Jahren seit der Siedlungsgründung durch die Phönizier haben viele Völker und Kulturen ihr architektonisches Erbe in Málaga hinterlassen. Neben den antiken römischen Stätten und maurischen Palästen ist vor allem die einzigartige Doppel-Festungsanlage sehenswert. Typisch für Málaga sind die Bauwerke im Mudéjar-Stil des 15. und 16. Jahrhundert, in dem Elemente aus Gotik und Renaissance mit dem Baustil der Almohaden verbunden werden. Daraus entwickelte sich später der Neo-Mudéjar-Stil, in dem bis ins frühe 20. Jahrhundert viele Prachtbauten entstehen.

Das Centro Histórico historisches Zentrum liegt rechts des Flusses Guadalmedina zwischen den Straßen Pasillo de Atocha, Pasillo de Santa Isabel, Calle Carretería, Calle Álamos, Túnel de la Alcazaba, Paseo del Parque und Alameda Principal und ist gut 0,750 Quadratkilometer oder 75 Hektar groß. Nur wenige Straßen sind frei für den Autoverkehr, der größte Teil folglich Fußgängerzone. Im oder am Centro Histórico finden sich die meisten Sehenswürdigkeiten.

Die Sehenswürdigkeiten werden folgend so aufgeführt, dass sie einen Rundgang gegen den Uhrzeigersinn durch das historische Zentrum mit kurzen Abstechern in die anliegenden Viertel ergeben. Da kaum etwas so kurzlebig ist wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise, werden hier und folgend weder Öffnungszeiten, noch Eintrittspreise aufgeführt.

Der Plaza de la Marina zwischen dem Haupteingang des Hafens, der Westseite von El Parque, der südlichen Innenstadt und der Alameda Principal ist der größte Platz im Stadtzentrum, auf dem einige der vielen Festivals der Stadt stattfinden. Auf dem Platz befindet sich eine Touristeninformation der Stadt Málaga, unter dem Platz eine große Tiefgarage.

Unweit des Plaza de la Marina steht in der Calle Molina Larios die Kathedrale Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación Kathedrale der Fleischwerdung Christi. Sie ist nicht nur die größte Kirche in Málaga, sondern auch das sichtbare Symbol des Wandels vom maurischen zum christlichen Málaga. Ihr Bau beginnt im Jahr 1528 auf dem Gelände der einstigen maurischen Moschee und dauert 254 Jahre, bis er 1782 vorzeitig abgebrochen wird. Wenn man direkt vor ihr steht, sieht man, dass Teile der Fassaden und das Dach fehlen und es außerdem zwei Türme sein müssten, weshalb die Kathedrale auch La Manquita „Die Einarmige” in freier Übersetzung als abgeleiteter Spitzname von manco (einarmig) genannt wird. Die Besichtigung der Kathedrale kostet Eintritt. Ein Gang auf das Dach ist im Rahmen einer kostenpflichtigen Gruppenführung möglich.



Direkt neben der Kathedrale steht die kleine Kirche Santa María del Sagrario Pfarrkirche der Heiligen Maria des Tabernakels. Sie ist die Pfarrkirche und gehört zum kathedralen Komplex. Ihre Geschichte ist nur lückenhaft überliefert. Bekannt ist, dass in einer Vorhalle zur Moschee das Eingangstor in den Jahren zwischen 1518 bis 1525 durch das große gotische Portal ersetzt wird, das später in die neue Kathedrale führen sollte. Nach dem Scheitern des ersten Baus der Kathedrale verbleibt das Portal in der Vorhalle, aus der später die Kirche wird. Die zumeist wenig beachteten Außenmauern sind heute die letzten Stücke der Großmoschee, die aus der Zeit der maurischen Herrschaft und den Jahren vor 1518 erhalten sind.

Vor dem Hauptportal an der Westseite der Kathedrale liegt der Plaza de Obispo Platz des Bischofs, benannt nach dem Palacio Episcopal Bischöflichen Palast, der sich direkt an den Platz anschließt und in dem der Bischof seinen Sitz hat sowie ein Diözesanmuseum eingerichtet ist. Auf dem Platz suchen die Touristen nicht nur einen Platz in den Außengastronomien der dezent überteuerten Cafés und Restaurants, sondern vor allem den richtigen Standort, um die gesamte Fassade der Kathedrale auf ein Foto zu bekommen, was wegen der engen Bebauung meist nicht gelingen wird.

In der Avenida de Cervantes steht der Palacio de la Aduana Zollpalast, einst Sitz des Zollamtes für den Hafen und heute Heimat des Museo del Málaga Málaga-Museum, das wiederum Heimat für das Museo de Bellas Artes Museum der schönen Künste und das Museo Arqueológico Provincial Provinzmuseum für Archäologie ist. Das Gebäude wird zwischen 1788 und 1829 im neoklassizistischen Stil erbaut und ist bis heute fast unverändert erhalten.

Gleich um die Ecke stehen in der Avenida de Cervantes vier weitere sehenswerte Häuser:

  1. Das Haus mit der Nummer 1 – es ist eher ein Häuschen – ist das Casa del Jardinero Mayor Haus des Hauptgärtners (der Rathausgärten) aus dem Jahr 1912.
  2. Das Haus mit der Nummer 2, in dem das Rectorado Universidad Hauptverwaltung der Universität residiert, sieht aus, als stamme es aus den Zeiten der Mauren, wird aber erst 1921 erbaut und gilt wegen seines Neo-Mudejar-Stils als architektonische Besonderheit.
  3. Das Haus mit der Nummer 3 gehört der Banco de España Bank von Spanien. Der Stil des Neoklassizismus mit einem antiken Äußeren als griechisch-römischem Tempel ist für das Gebäude aus den Jahren 1933 bis 1936 bewusst gewählt.
  4. Das Haus mit der Nummer 4 ist das Ayuntamiento Rathaus aus dem Jahr 1919, ein auffälliger Bau mit einer wilden Mischung von Elementen aus Barock, Renaissance und Jugendstil, einer auffälligen Dachkonstruktion mit Turm und Kuppeln sowie reich verzierten gelben Fassaden mit weißen Figuren und Säulen.

Neben dem Rathaus liegen die Jardines de Pedro Luis Alonso Gärten des Pedro Luis Alonso, eine kleine vom Architekten Guerrero Strachan nach einer Idee der Mixtur aus hispano-islamischem und französischem Garten entworfene öffentliche Gartenanlage, benannt nach dem ersten Bürgermeister Málagas der Nachkriegszeit.

Der Park auf der gegenüberliegenden Seite und jenseits des sechsspurigen von Palmen gesäumten Straße Paseo del Parque ist vier bis fünf Nummern größer. Zwischen Plaza de la Marina und Plaza del General Torrijos erstreckt sich über gut einen Kilometer der 20.000 Quadratmeter große Parque de Málaga Málaga-Park oder kurz El Parque. Der 1897 in oder über einem aufgeschütteten Hafenbecken angelegte Park ist ein kleiner botanischer Garten mit Brunnen und Skulpturen, in dem verschiedenste tropische und subtropische Pflanzen aller Kontinente wachsen, darunter auch seltene Exemplare wie der australische Feuerbaum.

Auf dem Plaza del General Torrijos am Ende des Paseo de Parque hat man eine hervorragende Rundumsicht. Im Süden liegen der Hafen und die große Parkanlage, im Westen das Rathaus und die höher liegende Festung Alcazaba und im Norden geht der Blick hoch zum Berg Gibralfaro. In der Mitte des Platzes steht der Brunnen La Fuente de las Tres Gracias aus dem Jahr 1879, der ursprünglich auf dem Plaza de la Constitución stand. Der Eintritt in das Museo del Patrimonio Municipal Stadtmuseum an der Nordseite des Platzes ist frei.

Vom Plaza del General Torrijos ist es ein kleiner Katzensprung zur Plaza de Toros Stierkampfarena im Paseo de Reding. Egal was man von den Stierkämpfen hält, das Gebäude aus den Jahren 1874 bis 1876 ist imposant. Im malagatypischen Neo-Mudejar-Stil gehalten ist die viertgrößte Arena Spaniens nicht typisch rund, sondern als Sechzehneck konzipiert. An der Nordseite der Arena befindet sich das nach einem legendären Torero aus Ronda benannte Museo Taurino Antonio Ordoñéz Stierkampfmuseum. Ausgestellt sind vor allem Fotos und historische Plakate, aber auch die festliche Kleidung der Matadore.



Der Stierkampf – die Corrida: Die einen halten ihn für eine Kunstform und wichtige Tradition, die anderen für eine barbarische Tierquälerei und ein grausiges Spektakel. In Andalusien ist der Stierkampf tief verwurzelt. Hier wurde er im frühen 18. Jahrhundert erfunden, hier wurden die Regeln entwickelt und hier gibt es die meisten Arenen. Auch in der Arena in Málaga finden zu den großen Festen Corridas vor bis zu 14.000 Zuschauern statt.

Den Paseo de Reding gut 250 Meter weiter stadtauswärts steht rechter Hand der Palacio de Miramar Miramar Palast. Auch dieser Palast ist jünger, als der Anschein es vermuten lässt. Erbaut in den Jahren 1921 bis 1926 befand sich hier zuerst das Hotel Príncipe de Asturias, später das Hotel Miramar. 1987 wurde der Bau zum Justizpalast umgestaltet, 25 Jahre wieder zu einem Hotel zurückgebaut. Seit 2016 ist der Palacio das Gran Hotel Miramar Málaga.

Schräg gegenüber liegt in der Avenida de Pries am südlichen Hang des Gibralfaro der Cementerio Inglés Englischer Friedhof. Auf den Friedhöfen Málagas ist es bis ins 19. Jahrhundert nicht gestattet, Nichtkatholiken zu bestatten. Auf Initiative des britischen Konsuls William Mark wird 1830 für die Anglikaner, die in der Stadt leben und sterben, der Englische Friedhof – damals noch vor den Toren der Stadt – eingerichtet, auf dem seit 1832 auch Nichtanglikaner aller Nationalitäten beigesetzt werden.

Zurück am Plaza del General Torrijos ist auf der Rückseite der historischen Häuser in der Avenida de Cervantes bereits die Alcazaba Maurische Festung zu sehen. Sie thront am Westhang des Monte de Gibralfaro Berg Gibralfaro über der Stadt. Die Festung aus dem 8. Jahrhundert wird von den letzten maurischen Herrschern in Andalusien, den Nasriden, im 14. Jahrhundert zu einer Festungs- und Palastanlage ausgebaut. Nach der Eroberung Málagas durch die Katholischen Könige dient die Anlage für einige Zeit noch als Palast, seit dem 17. Jahrhundert wird die Anlage aber dem allmählichen Verfall überlassen und teils eingerissen, um die Stadtentwicklung voranzutreiben. Erst 1931 setzt sich der Archäologe und Historiker Juan Temboury Alvarez für den Erhalt ein und erreicht auch ein Umdenken, für die meisten kunsthistorischen Arbeiten ist es aber zu spät. Vieles von dem, was hier von den gleichen Auftraggebern wie beim Bau der Alhambra von Granada verbaut wird, kann heute nur noch erahnt werden.



Die Nasriden bauen nicht nur die Alcazaba aus, sie erkennen auch den strategischen Wert des kleinen Vorpostens auf dem Gipfel des 130 Meter hohen Berges Gibralfaro. Dort errichten bereits im 5. Jahrhundert vor Christus die Phönizier ein festes Leuchtfeuer, dessen Ruinen bauen die Mauren im 10. Jahrhundert zu einem kleinen Vorposten aus. Jetzt wird daraus das Castillo de Gibralfaro Burg Gibralfaro, eine befestigte und mit der tiefer liegenden Festung verbundene Burg. Über die Gebäude in der Burg ist heute leider nur wenig bekannt, der größte Teil wird 1812 von französischen Truppen zerstört, dennoch wird die Anlage bis in die 1930er Jahre militärisch genutzt. Heute existieren noch Reste der Gartenanlage, von den alten Gebäuden ist nur noch das Pulvermagazin erhalten, das als kleines Museum Centro de Interpretación genutzt wird.

Alcazaba und Gibralfaro:

  • Wer ein wenig Zeit und Kraft sparen möchte, kann mit dem Aufzug auf die oberste Ebene der Alcazaba fahren. Der Eingang zum Aufzug befindet sich in der Calle Guillen Sotelo auf der Rückseite von spanischer Bank und Rathaus.
  • Wer ein wenig Geld sparen möchte, kauft sich ein Kombitickets für den Besuch von Alcazaba und Gibralfaro. Dabei ist zu beachten, dass die Festung nicht jeden Tag geöffnet hat.
  • Der Fußweg hoch auf den Gibralfaro dauert je nach Kondition zwischen 20 und 30 Minuten. Er fängt oberhalb der Jardines de Puerta Oscura am Paseo de Don Juan Temboury an und folgt in spitzen Kehren und teils steilen Rampen der Mauer des Coracha. Für die Mühen entschädigen die Ausblicke mit Postkartenmotiven, kurz vor dem Ziel unterhalb des Gipfels ist eigens eine Aussichtsplattform angelegt. Wer den Fußweg nicht zurücklegen kann oder möchte, kann auch mit der Linie 35 der Stadtbusse oder dem Touristenbus hoch zur Burg beziehungsweise hinunter zum Paseo del Parque fahren.
  • Der direkte Weg zwischen Festung und Burg ist momentan nicht öffentlich zugänglich.

Unterhalb der Alcazaba in der Calle Alcazabilla wird 1951 das Teatro Romano Römisches-Theater im Garten des Hauses der Kulturen entdeckt. Erbaut im 1. Jahrhundert vor Christus wird es vier Jahrhunderte lang genutzt, was dann geschieht, ist nicht mehr genau rekonstruierbar. Bekannt ist, dass die Mauren die Steine des Theaters für den Bau der Alcazaba verwenden. 1995 wird das Haus der Kulturen abgerissen und der antike Bau freigelegt.

Wer einmal sehen möchte, wie mächtig und mächtig schwer die Tronos sind, die während der Semana Santa Heilige Woche, gemeint ist die Karwoche durch die Straßen der Stadt getragen werden, sollte das kleine Museum der Hermandad Seculpro Bruderschaft der Grablegung gegenüber von Alcazaba und Teatro Romano besuchen.

Am Ende nördlichen Ende der Calle Alcazabilla liegt auf der linken Seite der Plaza de la Merced. Der bereits von den Römern angelegte Platz ist im 15. Jahrhundert ein großer Marktplatz, seit dem späten 19. Jahrhundert das Zentrum des Künstlerviertels, in dem sich Architekten, Maler, Bildhauer und Schriftsteller niederlassen. Hier wohnt auch das Ehepaar José Ruiz Blasco und María Picasso mit seinem Sohn Pablo. Im Eckhaus mit der Nummer 15 am nordöstlichen Ende des Platzes befindet sich heute das Museo Casa Natal Museum Geburtshaus Picassos der Fundación Picasso. In der Mitte des Plaza de la Merced steht seit 1842 der Obelisk zum Gedenken an Gerneral Torrijos und seine 48 Mitstreiter, die wegen ihres Kampfes für die Freiheit 1831 am Strand von Málaga erschossen werden.

Schräg gegenüber vom Museo Casa Natal befindet sich auf der anderen Straßenseite der Mercado de la Merced, einer von 15 festen Märkten in Málaga, die immer einen Besuch wert sind. Hinter dem Markt liegt das Teatro Cervantes Cervantes-Theater, das als das älteste Theater in Europa gilt, das in seiner ursprünglichen Form noch vollständig erhalten ist. 1984 kauft die Stadt das Haus und lässt es zu einem Konzertsaal, Opernhaus oder Kino mit Platz für 1.171 Besucher restaurieren.

Das Cervantes im Rücken beginnt in dem Sträßchen Calle Cárcer hinter der Calle Álamos wieder die Fußgängerzone. Der Besuch des Museo Interactivo de la Música MIMMA Interaktives Musikmuseum in der Calle Beata lohnt sich vor allem mit Kindern, das Tablao Flamenco Los Amaya Flamencotheater Los Amaya ist quasi der Nachbar. Unweit liegt auch der von vielen Tapas-Bars, Clubs und Diskotheken umsäumte Plaza de Uncibay, auf den sich vor allem ein großer Teil des nachtaktiven Lebens der Stadt verlagert.

Wenn die Calle Beata die Calle Granada kreuzt, ist bereits ein Turm des Palacio de Buenavista Buenavista Palast zu sehen. Der in den Jahren bis 1540 vom Grafen Buenavista erbaute Palast gilt als perfektes Beispiel für die Mischung aus Mudejar- und Renaissance-Architektur. Bei Arbeiten werden Überreste eines phönizischen Bauwerks gefunden, die bis heute ältesten historischen Fundstücke Málagas gelten. Seit 2003 ist der Palast die Heimat des Museo Picasso Málaga Picasso-Museum-Málaga mit einer Dauerausstellung von 155 Werken aus allen Schaffensphasen Picassos und mehreren Wechselausstellungen jährlich.

Gleich um die Ecke befindet sich die Iglesia de Santiago Jakobskirche, in der Picasso getauft wurde. Sie ist eine von drei Kirchen, die unmittelbar nach der Eroberung Málagas durch die Katholischen Könige keine 500 Meter voneinander entfernt im Mudejar-Stil gebaut werden, deren Innenräume durch spätere Restaurierungen heute aber dem Barock zuzuordnen sind. Die zweite Kirche ist die Iglesia San Juan Bautista Kirche des Heiligen Johannes des Täufers in der Calle San Juan mit ihrem hohen weißen Turm, der aber erst später hinzugefügt wird. Die Iglesia de los Santos Mártires Kirche der heiligen Märtyrer am Plaza de los Mártires wird auf persönlichen Wunsch der Katholischen Könige und Vorschlag des Papstes zu Ehren der im Jahre 305 in Málaga während der Christenverfolgung durch das Römische Reich umgekommenen Märtyrer Santa Paula und San Ciriaco erbaut und bereits vier Jahre nach Baubeginn eingeweiht.

Die Iglesia de los Santos Mártires liegt im Nordwesten des historischen Zentrums. Ein kleines Stück weiter befindet sich das Lá Casa Invisible Das unsichtbare Haus für diejenigen, die sich für alternative Szene und Kunst interessieren, noch ein kleines Stück weiter im Palacio Biedmas das Museo del Vino-Málaga Museum der Málaga-Weine für diejenigen, die sich für die süßen Málaga-Weine interessieren, wobei sich beides natürlich nicht ausschließen muss. Folgt man der Calle Carretería in Richtung des Flusses, geht kurz vorher hoch zur Puente de la Aurora eine zweigeteilte breite Treppe, die während der Semana Santa zur Tribuna de los pobres Tribüne der Armen umfunktioniert wird, eine Anspielung auf die teuren und meist fest vergebenen Sitzplätze auf den offiziellen Tribünen für die Prozessionen.

Von der Puente de la Aurora Brücke der Morgenröte hat man übrigens einen schönen Blick auf den meist wasserlosen Fluss Guadalmedina und die im Norden der Stadt liegenden Berge. Flussabwärts führt die Fußgängerbrücke Puente de la Trinidad und ein kleines Stück weiter die Puente de Santo Domingo über den Fluss, die auch die Brücke der Deutschen genannt wird.

 

Die Puente de los Alemanes – die Brücke der Deutschen. Seit dem Jahr 1909 trägt die kleine Brücke Santo Domingo über den Fluss im Stadtzentrum den Beinamen „Puente de los Alemanes”. Auf den ersten Blick sieht die kleine Stahlbrücke für Fußgänger und Radfahrer über den heute so gut wie nie wasserführenden Fluss Guadalmedina wie jede andere kleine Stahlbrücke über irgendeinen Fluss aus. Auffällig sind höchstens ihre grüne Farbe oder die beiden geschwungenen Bögen mit den Laternen. Und doch ist sie mehr als nur eine Verbindung zwischen zwei Stadtteilen über einen Fluss, sie das sichtbare Zeichen für zwei Hilfeleistungen nach Katastrophen und einer Freundschaft. Errichtet wird die Brücke im Jahr 1909, ihre Geschichte reicht aber weiter zurück.

Mitte Dezember des Jahres 1900 liegt vor dem Hafen Málagas bei ruhiger See der Dreimaster S.M.S. Gneisenau, eine zur Ausbildung von Offizieren als Kadettenschulschiff eingesetzte Kreuzerfregatte der deutschen Kaiserlichen Marine. Am Morgen des 16. Dezember informiert die Hafenkommandantur den Kapitän der Gneisenau über eine sich nähernde Wetterfront und bietet an, die Fregatte im Hafen zu ankern. Kapitän Kretschmann hält die Gewässer des Mittelmeeres für den 82 Meter langen Dreimaster für sicher und schlägt das Angebot dankend aus, was sich als folgenschwere Fehleinschätzung herausstellen soll. Mit dem einsetzenden Wettersturz nimmt das Schicksal seinen Lauf. Im Sturm reißt einer der beiden Anker und die Gneisenau beginnt, sich um den zweiten zu drehen und in Richtung der mit Felsen befestigten Mole zu driften. Zur Stabilisierung der Lage gibt der Kapitän – wohl davon ausgehend, dass die Maschine der Fregatte unter Dampf steht – den Befehl zur vollen Fahrt. Aber die Dampfmaschine läuft erst an, es kommt zur Überlastung und schließlich zum Ausfall. Um 11:30 Uhr reißt der zweite Anker und der jetzt manövrierunfähige Dreimaster wird auf die Hafenmole gedrückt.

Die Lage für die Seeleute ist dramatisch. Die zu Wasser gelassenen Rettungsboote zerschellen an den Felsen oder treiben unkontrollierbar als Spielball der Elemente im Meer. Immer wieder drücken Wind und Wellen die Fregatte auf die schweren Felsen, bis schließlich der Rumpf bricht. Innerhalb von nur zwanzig Minuten versinkt die Gneisenau bis zur Reling, wenig später bis zu den Unterrahen der Masten, in die sich die Matrosen zu retten versuchen.

Die S.M.S. Gneisenau liegt am 15. Dezember 1900 vor Málaga, einen Tag später sinkt sie in einem Sturm. [Fotos: lizenzfrei (>75J), Fotograph unbekannt]

Den Anwohnern am Hafen entgeht nicht das Drama, das sich auf dem Meer abspielt. Sie beobachten das Geschehen von Mole und Strand aus und als sie die aussichtslose lebensbedrohliche Lage der Seeleute erkennen, eilen sie zur Hilfe. Während einige den Matrosen in den Rahen Taue zuwerfen, begeben sich andere mit ihren kleinen Fischerbooten in die tobenden Fluten, um die über Bord gegangenen Seeleuten zu retten. Doch zwölf Malagueños bezahlen ihren Heldenmut mit dem Leben. Von den 467 Mann der Besatzung der Gneisenau kommen 41 ums Leben, auch der Kapitän geht mit seinem Schiff unter. Die meisten deutschen Seeleute werden durch den Mut der Anwohner gerettet, die auch bei der Versorgung der Verletzten und der Bergung der Toten helfen.
Die Hälfte der ums Leben gekommenen deutschen Seeleute finden in Málaga auf dem Cementerio Inglés Englischen Friedhof ihre letzte Ruhe. Ein Steindenkmal mit einer eingelassenen Metallplatte erinnert an die Katastrophe und die Opfer. Unklar ist, wie viele Seeleute hier bestattet sind. Vermutlich sind es aber die 22, deren Namen auch auf den Steintafeln der Gruften stehen. Zwei Grabreihen oberhalb liegen der Kommandant der Gneisenau Kapitän Karl Kretschmann und der Schiffsingenieur Richard Prüfer. Als das Kapitänsgrab vor einigen Jahren von Unbekannten mutwillig zerstört wird, richten es englische Soldaten aus Gibraltar so gut es geht wieder her. In Deutschland gilt in Wilhelmshaven in der Christus- und Garnisonskirche eine Tafel an der Wand „dem Andenken der bei der Strandung S.M.S. Gneisenau bei Malaga am 16. December 1900 Untergegangenen”.

Sieben Jahre später. Anfang des 20. Jahrhunderts rollen mehrere Flutwellen im zu dieser Zeit noch nicht kanalisierten Fluss Guadalmedina durch Málaga. Während diese in den Jahren 1901, 1902 und 1905 noch mehr oder weniger glimpflich ausgehen, kommt es in der Nacht vom 23. auf den 24. September 1907 zu einer Katastrophe. Am späten Abend des 23. Septembers geht in den Montes de Málaga Bergen von Málaga nördlich der Stadt über dem Valle de la Guadalmedina Tal des Guadalmedinas ein Unwetter nieder. In kürzester Zeit sammeln sich Wassermassen im Tal, die sich über das Flussbett ihren Weg aus den Bergen bahnen. In Málaga fällt dagegen kein Tropfen Regen und die Malagueños legen sich wie gewohnt schlafen. Normalerweise fließt der Guadalmedina mit beschaulichen 30 Kubikmetern Wasser pro Sekunde gemächlich durch die Stadt, das Flussbett kann bis zu 600 Kubikmeter Wasser fassen. Doch in der Nacht zum 24. September naht eine Flutwelle mit gut 1.600 Kubikmetern und der Fluss schwillt quasi von jetzt auf gleich auf das mehr als 50-fache an.

Um ein Uhr in der Nacht läuten die Glocken der Kathedrale und heulen die Sirenen der Stadt zum Alarm. Doch es ist zu spät. Die Wassermassen sind so gewaltig, dass sie die Brücke Puente de la Aurora aus der Verankerung heben und mitreißen. Ihre Trümmer treffen mit voller Wucht auf die Puente de Santo Domingo und zerstören diese völlig. Das immer größer werdende Trümmerfeld rollt auf die Puente de Tetuán und die Eisenbahnbrücke kurz vor der Flussmündung zu und beschädigt auch diese beiden Brücken schwer. Aber sie stürzen nicht ein, was fatale Folgen für die Stadt hat. Geröll und Trümmer verkeilen sich an den Überresten der Eisenbahnbrücke zu einer immer großen werdenden Barriere. Das Wasser kann nicht weiter abfließen, staut sich zurück und läuft in die tiefer liegenden Stadtteile. Bis zu fünf Meter hoch stehen die Fluten in den Straßen, etliche Wohnungen versinken im Schlamm. Am schlimmsten trifft es die Viertel Perchel und Trinidad sowie das Stadtzentrum. Wie viele Opfer diese Flutwelle fordert, ist nicht bekannt. Einige Quellen sprechen von 21, andere von 40 Toten. Auf beiden Seiten des Flusses kommt es zu verheerenden Zerstörungen, zwei Monate dauert es, bis die gröbsten Schäden behoben sind. [Fotos: lizenzfrei (>75J), Fotograph unbekannt]

Die Nachricht von der Flutkatastrophe verbreitet sich schnell. In Deutschland weckt sie die Erinnerung an die Katastrophe der Gneisenau, bei der wohl ohne die Hilfe der Malagueños viel mehr Opfer gegeben hätte. In Erinnerung an das Unglück wird in der deutschen Kolonie in Málaga schnell der Entschluss gefasst, der Stadt als Dank jetzt nach der Flutkatastrophe zu helfen. Geplant ist der Bau einer neuen Brücke an der Stelle der bei der Flut zerstörten Puente de Santo Domingo zwischen den Vierteln Perchel und Trinidad. Zur Deckung der Kosten wendet man sich an das deutsche Konsulat in Málaga und das Kaiserreich in Berlin und nur 24 Stunden nach der Katastrophe bewilligt Kaiser Wilhelm II. einen Teil der Gelder, die übrige Summe wird von deutschen Spendern aufgebracht. Am 12. August 1908 stellt der deutsche Konsul der Stadtverwaltung von Málaga das Projekt offiziell vor.
 
Die Arbeiten an der neuen Brücke beginnen ein Jahr später und gehen schnell vonstatten. Am 16. Dezember 1909 wird der Stadt feierlich die neue Puente de Santo Domingo übergeben, die seit dem als Zeichen der Freundschaft zwischen Málaga und Deutschland den Beinamen Puente de los Alemanes Brücke der Deutschen trägt. An der Brücke erinnert eine Gedenktafel an die Geschichte: „Deutschland schenkte Málaga diese Brücke aus Dankbarkeit für die heldenhafte Hilfe, die die Stadt den Schiffbrüchigen der Kriegsfregatte Gneisenau leistete 1900 - 1909“. Am 16. Dezember 2009 wird im Beisein von Maria Luisa von Preußen, Urenkelin von Kaiser Wilhelm II., mit einem kleinen Festakt der 100. Jahrestag der Brücke der Deutschen gefeiert.

Südlich der Puente de la Aurora liegt hinter der Calle Puerta Nueva die Calle Compañía, in der am Plaza de San Ignacio die neugotische Iglesia del Sagrado Corazón Kirche des heiligen Herzens aus dem Jahr 1920 steht. Zwei Häuser weiter werden im Museo Carmen Thyssen Málaga vor allem Werke spanischer Künstler aus dem 19. Jahrhundert aus der Sammlung der Baroness Thyssen-Bornemisza gezeigt. Wieder zwei Häuser weiter steht die 1630 erbaute Iglesia del Santo Cristo de la Salud Kirche des heiligen Christus der Gesundheit.

Wer am östlichen Ende der Calle Compañía aus dem Schatten des engen Gässchen tritt, steht auf dem in der Regel alles andere als schattigen Plaza de la Constitución Platz der Verfassung. An der Westseite des ältesten Platzes in Málaga steht der marmorne Fuente de Carlos V Brunnen von Karl V. oder Fuente de Génova Brunnen Genuas, von dem heute keiner mehr weiß, wie er nach Málaga gelangte. An der Südostseite des Platzes sind überdimensionale Druckplatten von Zeitungen in den Boden eingelassen, die die Ereignisse zur spanischen Verfassung am 7. Dezember 1978 dokumentieren. Seinen Namen verdankt der Platz aber nicht dieser Verfassung, er wird bereits 1812 in Plaza de la Constitución umbenannt.

In der südöstlichen Ecke des Platzes geht die Calle Marques de Larios ab, die 1891 schnurgerade über 350 Meter bis zur Alameda Principal unweit des Plaza de la Marina durchbrochen wird. Sie ist die fünftteuerste Einkaufsstraße in Spanien. Viel günstiger wird es auch in den zahlreichen größeren Seitenstraßen und kleineren Gassen des Zentrums in der Regel nicht. Rechter Hand liegen quasi in zweiter Reihe kleine Plätze, die zum Verweilen einladen, wie etwa der Plaza de las Flores oder der Plaza de Félix Sáenz.

Auch im Markt Atarazanas sind die Waren nicht preiswert, dafür ist er der größte, älteste und stimmungsvollste Markt in der Stadt. Wer morgens ab acht Uhr der Karawane der Schiebetrolleys, mit denen die Malagueños vorzugsweise zum Einkaufen gehen, folgt, begibt sich auf eine Erlebnisreise der besonderen Art. Beim Gang durch das große Tor in die Markthalle erwartet den Besucher die totale Reizüberflutung. Der Geräuschpegel erinnert an einen Bienenschwarm, das Treiben der Händler und Käuferscharen ist ein buntes Durcheinander, in dem aber alles einer unsichtbaren Ordnung folgt. Die lichte Höhe der Halle, das große farbige Fenster an der Rückseite, die vielen Menschen und die Massen an Waren sowie die Gerüche und Aromen: das alles bedarf einiger Zeit der Orientierung. Zimperlich sollte man als Besucher nicht sein, die spanischen Fleisch- und Fischhändler sind es auch nicht. So einiges, was hier gehäutet oder ausgenommen in den Auslagen liegt, wird manchem Besucher einen Schauder über den Rücken laufen lassen. Auch reagiert nicht jeder Verkäufer entspannt, wenn ein Tourist seine Ware fotografieren, aber nicht kaufen möchte.



Die Malagueños haben früher gern erzählt, dass sie montags keinen Fisch kaufen, weil die Fischer sonntags nicht auf das Meer rausfahren. Entsprechend soll der an einem Montag gekaufte Fisch nicht frisch sein. Ob das heute noch so ist, fragt man die Fischer am besten selbst.

Die Alameda Principal ist eine der Hauptverkehrsstraßen Málagas und Knotenpunkt der Stadtbusse. Auf den inneren Spuren fahren die Autos, auf den äußeren die Busse, wobei letztere immer wieder die inneren Spuren kreuzen. Zwischen den Fahrbahnen stehen zwei Alleen, die im westlichen Teil ein Blumenmarkt sind. Ein Gebäudemix in verschiedenen Baustilen rundet das Bild ab. Wer sich in eines der Cafés oder eine der Bodegas setzt, kann dem Treiben in aller Ruhe zuschauen. Was für die Alameda gilt, gilt genau genommen für das gesamte historische Stadtzentrum, das mit seinen kleinen engen Gassen, den großen und kleinen Gebäuden, den Geschäften und der vielfältigen Gastronomie an sich eine große Sehenswürdigkeit ist.

Gut 300 Meter südlich der Alameda Principal liegt in der Calle Alemania direkt am Ufer des Flusses Guadamedina das Centro de arte contemporáneo Zentrum für zeitgenössische Kunst mit seinen meist kostenlos zu besichtigenden Ausstellungen und besuchenden Veranstaltungen.

 

Der Hafen unterhalb des historischen Zentrums.

Ob man sie nun mag oder nicht, der Anblick eines in den Puerto de Málaga Hafen von Málaga einfahrenden Kreuzfahrtschiffes ist schon imposant. Nach dem Umbau des Hafens landen hier auch die Giganten unter den schwimmenden Hotels und Freizeitparks an. Die Phönizier sind die ersten, die die günstige Lage in der Bucht von Málaga entdecken und um 1.000 vor Christus einen natürlichen Handelshafen anlegen. Auch die Römer nutzen den Hafen, um ihre Waren zu verschiffen und für die Mauren des Königreichs Granada ist der Hafen gar ein überlebenswichtiger Seeweg nach Nordafrika. Heute gehen so gut wie keine Container- und Stückgutschiffe mehr vor Anker, heute ist der Mensch die Ware, die mit den Schiffen kommt und geht. Auf den freigewordenen Flächen werden seit Anfang der 2000er Jahre neue Hafenanlagen gebaut, wie etwa ein neues Terminal für Kreuzfahrtschiffe, zwei neugestaltete Piere, ein Sportboothafen und ein mehrstöckiger Hotelkomplex.

Muelle Uno Pier 1 ist ein offen gestaltetes Einkaufszentrum mit Geschäften, Restaurants und Cafés bis hinunter zum Leuchtturm La Farola. Der architektonische Höhepunkt ist der transparente bunte Kubus, der zum Centre Pompidou Málaga gehört, das als Ableger des Centre Pompidous in Paris in einem Pilotprojekt hier Ausstellungen zeigt sowie Vorführungen und Schulungen anbietet.

An der Kopfseite des Hafens befindet sich Muelle Dos Pier 2, ein mit 14.000 Quadratmetern recht großzügig angelegter Freizeitbereich mit dem Palmeral de las Sorpresas Palmenwald der Überraschung und einem markanten Gebäudeensemble mit einer fast durchgängigen weißen Pergola, in dem neben einem Verwaltungsgebäude, einem Restaurant, einem Pier für Luxus-Kreuzfahrtschiffe auch das Museo Alborania - Aula del Mar Mittelmeermuseum untergebracht ist.

 

Sehenswertes außerhalb des historischen Zentrums.

Auch außerhalb des Stadtzentrums hat Málaga sehens- und besuchenswerte Kultureinrichtungen, Gebäude, Parks, Strände oder Stadtviertel. Prinzipiell sind alle fußläufig erreichbar, die weiteste Distanz beträgt vom Plaza de la Marina aus gut sieben Kilometer. Hier und da bietet es sich aber an, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen.

Nordöstlich des Stadtzentrums

Besonders geschichtsträchtig und besonders wichtig für die Stadt ist die Basílica y Real Santuario de Santa María de la Victoria Basilika und königliches Heiligtum der Heiligen Maria des Sieges im Nordosten des Stadtzentrums. Die Kirche ist an der Stelle erbaut, an der König Fernando bei der Eroberung Málagas 1486/87 sein Feldlager aufschlägt. Bis heute wird in der Basilika die Figur der Schutzpatronin der Stadt, die Santa María de la Victoria, aufbewahrt. Die ursprüngliche Kirche ist aber nicht erhalten, die heutige barocke Basilika wird in den Jahren 1693 bis 1700 von den Grafen von Buenavista erbaut, die in der Krypta auch ihre letzte Ruhe finden. Vom Plaza de la Merced aus sind es gut 800 Meter durch die Calle Victoria und die Calle Compás de la Victoria bis zur Basílica.

Im Östlich des Stadtzentrums

Wer sich besonders für den Neo-Mudéjar-Architekturstil interessiert, ist ein Spaziergang vom Plaza del General Torrijos gen Osten durch den Paseo de Reding und weiter in die Verlängerungen Avenida de Príes und Paseo de Sancha sehr zu empfehlen. Auf gut zwei Kilometern stehen bis zur Avenida del Pintor Joaquín Sorolla / Calle Marcos de Obregón mehrere Gebäude dieses Baustils.

Noch einmal gut einen Kilometer weiter liegt das Balneario del Carmen in der Calle Bolivia. Bis in die 1940er Jahre ist das Balneario ein bevorzugter Treff der höheren Klassen. Leider zerstören Wellengang und Salzwasser das sehenswerte Areal immer wieder, heute existieren nur noch wenige notdürftig erhaltene Gebäude sowie eine parkähnliche Anlage im hinteren Bereich. Den Blick von der Terrasse in die Bucht und auf die Stadt darf man getrost als beeindruckend schön bezeichnen. Ebenso schön ist der gut 3,5 Kilometer lange Spaziergang am Strand entlang bis zum Leuchtturm La Farola.

Hinter dem Balneario del Carmen erstrecken sich über drei Kilometer die Strände der Stadtteile Pedregalejo, Las Acacias und El Palo. Hier kann ein ganz anderes Málaga erlebt werden. Hier ist Málaga keine Stadt, sondern ein Dorf mit einem weitestgehend typisch andalusischen Lebensstil. Direkt an der Strandpromenade steht quasi ein Café und Restaurant neben dem anderen und fast alle sind gut frequentiert vor allem von den Einheimischen. In der zweiten und dritten Reihe stehen kleine Häuer, meist ehemalige Fischerhäuschen. Die kleinen Gässchen sind Wohnviertel und zugleich Markthalle für Einkaufsmöglichkeiten aller Art. Dahinter stehen die Hänge hinauf die mehrgeschossigen Arbeiterhäuser, oben an den Hängen auch Villenviertel. Hotels und Souvenirshops sucht man dagegen vergeblich.

Vom Plaza de la Marina fährt die Buslinie 11 nach El Palo zur in Strandnähe liegenden Endhaltestelle Dr. Gutierrez Mata (Playa Virginia). Vom Ende des Strands in El Palo an der Calle Playa del Chanquete bis zum Leuchtturm La Farola sind es immer am Meer entlang gut 6,5 Kilometer.

Südwestlich des Stadtzentrums

Im Südwesten Málagas befinden sich in den Gebäuden einer ehemaligen Tabacalera Tabakfabrik in der Avenida Sor Teresa Prat zwei kulturelle Highlights. Zum einen die Colección del Museo Ruso, San Petersburgo Kollektion des Russischen Museums Sankt Petersburg mit Sammlung und Wechselausstellungen von Werken aus dem Mutterhaus und zum anderen das Museo Automovilístico y de la moda de Málaga Automobil- und Modemuseum, in dem manch schmuckes Vehikel auf vier Rädern steht.

Bis zur Tabacalera sind von der Alameda Principal aus gut 2,5 Kilometer. Der direkte Weg führt von der Puente de Tetuán ein Stück gen Süden am Fluss entlang bis zu Calle Salitre und weiter nur noch geradeaus. Wer den Weg zu Fuß zurücklegt, wird das Málaga entdecken, das für die Einheimischen steht. Auf dem Weg kommt man auch am Parque de Huelin Huelinpark vorbei. Der Park auf einem alten Fabrikgelände gegenüber des Strands La Misericordia mit See, Springbrunnen, Rosengarten und einigen Sportmöglichkeiten bietet einige Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. Bei Kindern besonders beliebt ist das Ausleihen der Kettcars und Fahrräder. Wem der Weg zu den Museen zu weit ist, der kann vom Stadtzentrum mit der Buslinie 7 bis zu Haltestelle Tabacalera beziehungsweise vom Hauptbahnhof mit der Metrolinie L2 zur Haltestelle Princesa-Huelin oder zur Haltestelle El Torcal fahren.

Gut 1.000 Meter weiter südwestlich liegt an der Calle de Francisco Padilla der Parque del Oeste Westpark, der als grüne Oase für Kunst, Natur und Freizeit südlich des Bahnhofsviertels unweit des Playa de la Misericordia angelegt wurde. Das 7,5 Hektar große Areal bietet eine Mischung aus Erholung rund um den kleinen See oder in den kleinen Gärten sowie aus sportlicher Betätigung auf einem der Basketball- oder Fußballfelder oder einem der öffentlichen Fitness-Geräte. Auch hierhin fährt die Buslinie 7 (Haltestelle Luis Barahona Soto - Parque del Oeste), etwas weiter weg liegt die Haltestelle La Luz - La Paz der Metrolinie 2.

Nördlich des Stadtzentrums

Der Jardín Botánico-Histórico La Concepción Botanisch-historische Garten im Norden der Stadt gehört zu den schönsten tropischen Anlagen in Europa. Angelegt im Jahr 1850 vom Grafen von Loring an den Hängen der Montes de Málaga umfasst der Baum- und Pflanzenbestand gut 5.000 tropische, subtropische, aber auch heimische Arten. Erkundet werden kann der Park auf mehreren fest angelegten Wegen, von denen sich immer wieder schöne Aussichten in die Montes de Málaga oder hinunter in die Stadt bieten. Die Grafen von Loring sammelten mit Begeisterung Artefakte aus der Römerzeit, ihre teils bedeutenden archäologischen Fundstücke sind in einem kleinen Museum ausgestellt. Der Eintritt in den Garten kostet Eintritt.

Den Park zu Fuß erreichen zu wollen, bedarf schon eines gewissen Ehrgeizes, von der Alameda Prinzipal ist er gut 5,5 Kilometer entfernt, selbst von der Endhaltestelle der Buslinie 2 sind es noch 15 Minuten Fußweg. Vom Hauptbahnhof und vom Busbahnhof fährt ein Bus von MálagaTour als Linie 91 direkt zum Park, die Fahrt kann einzeln bezahlt werden.

 

Einkaufen und Shoppen.

Die Stadt des Paradieses ist auch ein Einkaufsparadies. Von der noblen Modeboutique bis zum Ramschladen auf der Ecke finden sich in Málaga alle Facetten der südspanischen Einkaufs- und Shoppingkultur. Die Innenstadt lädt mit ihren exklusiveren Läden zum Flanieren und Shoppen ein, in den Stadtvierteln finden sich die Geschäfte für den täglichen Einkauf und die Centro Comerciales sind eine Kombination aus beidem.

Die Calle Marqués de Larios zwischen dem Plaza de la Marina und dem Plaza de la Constitución ist die Einkaufsstraße in der Innenstadt. Sie steht – wie schon erwähnt – in der Rangliste der teuersten Shoppingmeilen Spaniens auf Platz 5, ist eine der bekanntesten Einkaufsstraßen in ganz Spanien und das Herz der Innenstadt. In der Fußgängerzone mit ihren eher schmalen und kleinen Seitenstraßen und Gassen im historischen Zentrum haben sich hauptsächlich kleinere Boutiquen, größere Modegeschäfte, viele Schuhgeschäfte aber auch andere Fachgeschäfte sowie zahlreiche Bars und Restaurants niedergelassen. Natürlich haben sich hier mit der Zeit auch Filialen von Modeketten angesiedelt, aber die mittlerweile für viele europäische Städte typische Vereinheitlichung der Innenstädte ist (bislang) ausgeblieben. Und so findet sich hier eine erfreuliche Vielfalt von individuellen Läden und alteingesessenen Fachgeschäften verschiedenster Branchen.

Auf und in den Hauptstraßen und Märkten in den Stadtvierteln finden sich hauptsächlich die Geschäfte, in denen die Dinge für den Alltag eingekauft werden. Sehr beliebt sind die vielen Kram- und Kurzwarenläden Mercerias, Ramschläden für die Kleinigkeiten des täglichen Gebrauchs für sehr kleines Geld. Daneben finden sich viele Fachgeschäfte und Kunstbetriebe, in denen großer Wert auf persönliche Beratung, guten Service und beste Qualität gelegt werden. Da hier überwiegend die Einheimischen einkaufen gehen, können die Preise deutlich günstiger sein als im Zentrum oder in einem der Einkaufscenter. Sehr beliebt sind die Mercados Märkte in den Vierteln der Stadt. Bei den Märkten handelt es sich nicht um Wochenmärkte mit fahrenden Händlern, sondern um feste Einrichtungen, in denen täglich vom frühen Morgen bis zum späten Mittag hauptsächlich Fische und Meeresfrüchte, Fleisch und Aufschnitt, Käse, Gewürze, Süßwaren sowie Obst und Gemüse angeboten werden. Der größte dieser Märkte ist der schon angesprochene Markt Atarazanas im Zentrum der Stadt.

  • Atarazanas · Calle Atarazanas 8-10
  • Bailén · Plaza de Bailén 8
  • Carranque · Calle Virgen de la Esperanza 8
  • Churriana · Calle Plaza Mayor 4
  • Ciudad Jardin · Avenida de Jacinto Benavente
  • Dos Hermanas · Calle Ingeniero Díaz Pettersen
  • El Carmen · Calle la Serna 17
  • El Palo · Calle Juan Sebastián Elcano 133
  • García Grana · Calle Virgen de la Fuensanta
  • Huelin · Calle La Hoz 39
  • La Merced · Calle La Merced
  • La Palma · Calle Esla
  • Pedregalejo · Calle Narváez Ramirez 2
  • Portada Alta · Calle Archidona
  • Salamanca · Calle San Bartolomé 1

Abgerundet wird das umfangreiche Einkaufsangebot in den Stadtvierteln von den fliegenden Kleinhändlern, die mehr oder weniger legal ihre Waren, vor allem Ost und Gemüse, auf der Straße anbieten.

Ebenfalls sehr beliebt sind die Centros Comerciales (C.C.) Einkaufs-/Shoppingcenter. Die meisten sind nach amerikanischem Vorbild keine reinen Shopping-Paläste, sondern gleichzeitig auch als Freizeit-Center mit Kinos, Sportstudios oder Bowlingbahnen aufgebaut. Fast alle Geschäfte und Läden gehören zu einer der großen Ketten. Während die Geschäfte durchgehend von 10 bis 21 oder 22 Uhr geöffnet haben, sind die Center selbst häufig bis 2 oder 3 Uhr und auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet.

  • Larios Centro · Paseo de los Tilos
  • Málaga Nostrum · Calle Jaén 1
  • Málaga Plaza · Calle Armengual de la Mota 12
  • Plaza Mayor Parque de Ocio · Calle Ponce de León 3
  • Rosaleda · Avenida Simón Bolivar
  • Vialia · Explanada de la Estacion (im Hauptbahnhof)

Auch die Filialen der großen Kauf- und Warenhäuser Grandes almacenes von Carrefour oder El Corte Inglés werden oft unter der Bezeichnung Centro Comercial geführt, sind aber ein Geschäft mit vielen Abteilungen unter einem Dach. Das – mit Kaufhof/Karstadt vergleichbare – El Corte Inglés Der englische Schnitt war einst eine Schneiderei für Kinderbekleidung und ist heute die größte Kaufhauskette in Spanien. Carrefour ist eine französische Supermarktkette, die sich zum weltweit zweitgrößten Einzelhandelsunternehmen entwickelt hat. In den riesigen Supermärkten wird neben Lebensmitteln so gut wie die gesamte Warenpalette von Büchern über Mode bis zur Unterhaltungselektronik angeboten.

 

Von wegen Paradies.

Stolz werden die Zahlen verkündet, die für das Wachstum stehen. 19 Millionen Passagiere im Jahr 2018 am Flughafen. Tendenz steigend. 180.000 Passagiere von Anfang April bis Ende Juni 2019 im Hafen, alleine in der Woche vor Ostern – der Semana Santa – legen 46 Kreuzfahrtschiffe in Málaga an. Tendenz steigend. Tausende Tagestouristen aus den Urlaubsorten der Costa del Sol bringen Geld. Eine einfache Formel. Deshalb werden das Stadtzentrum und die gut besuchten Stadtviertel und -teile zu Vorzeigeobjekten aufgehübscht. Und die anderen Stadtteile? Na ja, vielleicht später einmal.

Leider bringen Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe nicht nur Passagiere – sie bringen auch Dreck. Eine Menge Dreck. Wie freilich die Passagiere auch. Aber das will doch keiner hören. Stimmt. Entschuldigung. Doch auch wenn emsig weggeschaut wird, gibt es sie, die unschönen Seiten, die in keinem Reiseführer oder Reiseblog erwähnt werden. Das ist auch in der Stadt des Paradieses so. Kaputte Straßen, heruntergekommene Häuser, dunkle und schmutzige Plätze, Brachflächen, leere Geschäfte, Müll in den Ecken, verschmutzte Strände, öliges und schaumiges Wasser. Um das zu sehen und davon etwas mitzubekommen, muss man sich in der Regel länger als einen Tag in einer Stadt aufhalten und mehr die Innenstadt sehen. Gut besuchte Stadtzentren und Hafenviertel ziehen zudem Kleinkriminelle an. Davon etwas mitzubekommen, ist das Pech manch Tagestouristen. Und der Nepp mit der Flamenco-Show, die nur hier aber so was von authentisch ist oder dem Fisch, der fangfrischer nicht sein könnte oder der Paella, die ganz besonders speziell ist? Nun, den gibt es überall auf der Welt.

 

⍐ Seitenanfang malagaonline.de
© Jürgen Lang. Alle Rechte vorbehalten.
⍈ Impressum|Datenschutz